Eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der BGR hat die Rohstoffbestandteile moderner Smartphones und ihr Recyclingpotenzial untersucht. Das Ergebnis: Die mobilen Endgeräte enthalten zwar eine Vielzahl von Metallen, doch ihre spätere Rückgewinnung bleibt eine Herausforderung.
Für die Kurzstudie hatten die BGR-Fachleute die Metallgehalte von Smartphones der aktuellen Generation (2024) analysiert und mit der Materialzusammensetzung älterer Geräte (2012) verglichen. Dabei zeigten sich leichte Veränderungen bei der Zusammensetzung. Während die Gehalte an Gold, Silber, Palladium und Tantal bei modernen Smartphones zurückgegangen sind, haben die Anteile von kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden, Gallium und Germanium – wenn auch auf niedrigem Niveau - absolut zugenommen. Ursache hierfür sind technologische Entwicklungen wie eine leistungsfähigere Elektronik, zusätzliche Kameramodule und der verstärkte Einsatz von Magneten – beispielsweise für induktives Laden.
Gleichzeitig ergab die Studie, dass sich der reine Metallwert moderner Smartphones im Vergleich zu den älteren Geräten im letzten Jahrzehnt halbiert hat und nach aktuellen Metallpreisen gerade noch 1,25 Euro pro Gerät beträgt. Grund: Eine materialeffizientere und kompaktere Bauweise sowie Materialsubstitutionen im Zuge des technischen Fortschritts.
Zwei Drittel seines Gewichts von durchschnittlich 169 Gramm (inkl. Akku) entfällt bei einem Gerät auf über 50 Massen- und Edelmetalle sowie kritische Rohstoffe. Die zehn mengenmäßig wichtigsten Metalle (Aluminium, Kupfer, Eisen, Zink, Nickel, Chrom, Silizium, Zinn, Magnesium, und Seltene Erden) machen rund 96 Prozent der gemessenen Metallmasse aus.
Angesichts jährlich weltweit mehr als einer Milliarde verkaufter Exemplare stellen Smartphones in Zukunft eine potenzielle „urbane Mine“ dar. Vor diesem Hintergrund hat die Studie auch die Möglichkeiten des Metallrecyclings bei den mobilen Endgeräten untersucht. Das Fazit: Obwohl Smartphones eine Vielzahl von Metallen enthalten, bleibt deren Rückgewinnung technisch und wirtschaftlich herausfordernd. Das liegt an teils komplexen Materialverbünden, wirtschaftlichen Herausforderungen beim Recycling sowie der nach wie vor zu niedrigen Rücklaufquoten.