Im Detail gibt es für Industrieunternehmen viele Strategien, die helfen können, die Risiken bei der Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten zu reduzieren. Preise können mit Finanzprodukten abgesichert oder an die Abnehmer weitergeben werden. Beim Einkauf können langfristige Lieferverträge Planungssicherheit geben, die Teilnahme an Einkaufsgemeinschaften die Marktposition verbessern. Lagerhaltung kann bei kurzfristigen Lieferengpässen und eine breite Lieferantenbasis bei einem längerfristigen Ausfall einzelner Lieferanten negative Auswirkungen auf die Produktion verringern. Ein effizienter Einsatz der kritischsten Rohstoffe und die Möglichkeit Materialien zu substituieren oder Recyclingrohstoffe zu verwenden, können sich bei Lieferproblemen positiv auf die Versorgungslage auswirken. Vor allem große Unternehmen können sich zudem mit einem Zukauf von Zulieferern vertikal integrieren und beispielsweise mit digitalen Lieferkettentools ihre Zulieferer über mehrere Ebenen genau im Blick behalten.
Welchen Aufwand an Kapital, Personal und Zeit die einzelnen Strategien mit sich bringen und in welchen Zieldimensionen positive Effekte zu erwarten wären, zeigt die folgende Tabelle. So wären beispielsweise bei der Steigerung der Materialeffizienz sowie der Entwicklung von Substitutionsmöglichkeiten hohe initiale Kosten zu erwarten, während die langfristigen Kosten nach erfolgreicher Entwicklung eher sinken dürften. Beides würde sich daher aber auch erst langfristig positiv auf die physische Versorgungslage auswirken.
Detailliertere Informationen zu dem Thema bietet die englischsprachige DERA-Auftragsstudie „Securing raw material supply: Benchmarking of measures of foreign manufacturing companies and recommendations for action“, die von pwc verfasst wurde.