Amerika
Süd- und Nordamerika spielen eine zentrale Rolle auf den globalen Rohstoffmärkten und verfügen über große Potenziale zur Versorgung Deutschlands und Europas mit strategischen und kritischen Rohstoffen. Länder wie Brasilien, Chile, Peru und Kanada zählen zu den weltweit führenden Produzenten von Kupfer, Lithium, Kobalt, Nickel, Gold und Niob. Diese Regionen sind nicht nur für die weltweite Rohstoffversorgung von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die internationale Industrie- und Energiepolitik.
Brasilien |
Brasilien verfügt über immense Rohstoffvorräte und ist als Produzent und Exporteur zahlreicher mineralischer Rohstoffe und Zwischenprodukte für die globale und auch für die deutsche Industrie unerlässlich. Etwa ein Drittel der deutschen Importe mineralischer Rohstoffe aus Brasilien entfällt auf Eisenerz und Rohstahl, ein weiteres Drittel auf Kupferkonzentrate. Aber auch für die Entwicklung von zukünftig wichtigen Technologien in Deutschland und in der EU, wie erneuerbare Energien, Elektromobilität und Leichtbau stammt eine Vielzahl spezieller Metalle und Industrieminerale, wie Nickel, Zinn, Lithium, Niob, Tantal, Vanadium, Aluminium und natürlicher Graphit aus Brasilien. Zudem wäre auch das erhebliche Potenzial an Seltenerd-Elementen, aber auch an Kobalt und ferner auch an Platingruppenelementen zu nennen. Die BGR pflegt bereits seit dem Jahr 2016 eine intensive Kooperation mit dem brasilianischen Geologischen Dienst SGB-CPRM und seit 2019 mit dem brasilianischen Zentrum für Aufbereitungstechnik CETEM. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden einige Rohstoffprojekte, insbesondere im Bereich Aufbereitung und Weiterverarbeitung von kritischen Rohstoffen gemeinsam bearbeitet. In diesem Zusammenhang wurden beispielsweise Zinn- und Tantalpotenziale in Brasilien untersucht. Das Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe an der AHK-São Paulo organisiert gemeinsam mit der DERA die jährlich stattfindende deutsch-brasilianische Rohstoffkonferenz, in der sich deutsche und brasilianische Unternehmen im Bergbau- und Rohstoffbereich austauschen können. Es existiert eine Übersichtsstudie zu Marktpotenzialen in Brasilien. |
Chile |
Chile zählt aktuell neben Brasilien und Peru zu den wichtigsten Rohstoffproduzenten in Südamerika und weltweit. Besonders hervorzuheben sind Kupfer, Lithium, Molybdän und Rhenium, bei denen Chile weltweit zu den drei führenden Produzenten zählt. Molybdän, Rhenium, Gold und Silber werden hauptsächlich als Nebenprodukt der Kupferförderung gewonnen. Hinzu kommen Nitrate und Borminerale, bei denen Chile ebenfalls zu den weltweit führenden Produzenten gehört. Für die meisten genannten Rohstoffe befinden sich auch die größten Ressourcen in Chile. Im Kontext der Energiewende wird auch die Herstellung von grünem Wasserstoff zunehmend diskutiert. Auch hier kann Chile in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen. Für Deutschland ist Chile ein wichtiger Handelspartner. Deutschland importiert einen Großteil seines Lithiums und Molybdäns aus Chile. Zudem stammt ein erheblicher Anteil der Kupferimporte aus dem Land. Im Januar 2013 unterzeichneten die Regierungen Chiles und Deutschlands ein Abkommen über eine enge Zusammenarbeit im Bereich Bergbau und Rohstoffe. Dieses Abkommen bildet seitdem die Grundlage für zahlreiche Kooperationen in Wissenschaft, Wirtschaft, technischer Zusammenarbeit sowie in Entwicklung und Politik. Die DERA aktualisierte im Jahr 2022 gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Bergbau & Rohstoffe an der AHK Chile ihre Studie zu Geschäftspotenzialen für deutsche Unternehmen im chilenischen Rohstoffsektor. Außerdem organisiert die AHK gemeinsam mit der DERA das jährlich stattfindende Deutsch-Chilenische Rohstoffforum, welches abwechselnd in Deutschland und Chile stattfindet und eine Plattform für Unternehmen im chilenischen Bergbau- und Rohstoffbereich bietet. |
Kanada |
Kanada ist aus rohstoffwirtschaftlicher und rohstoffpolitischer Sicht ein sogenannter „Global Player“. Das Land zählt weltweit zu den fünf führenden Produzenten von mehr als einem Dutzend Metallen und mineralischen Rohstoffen, darunter Kalisalze, Diamanten, Uran, Aluminium, Kobalt, Gold und Nickel. Kanadas Stellung als eines der weltweit wichtigsten Rohstoffländer zeigt sich auch an den internationalen Explorationsausgaben. Auf Kanadas Bergbauprojekte entfällt fast jedes Jahr ein Großteil der globalen Explorationsausgaben. Das Land wird auch in den nächsten Jahren ein bedeutender Rohstoffproduzent bleiben, da es bei vielen Rohstoffen, insbesondere bei Kalisalz, Wolfram, Nickel, Zink und Eisen über bedeutende Ressourcen verfügt. Seit vielen Jahren ist Kanada ein wichtiger Rohstofflieferant für Deutschland, insbesondere für Eisen, Steinkohle, Kupfer und Erdöl. Als wichtiges Bergbauland und Handelspartner Deutschlands steht Kanada zunehmend im Fokus der deutschen und europäischen Außenwirtschaftspolitik. Im Jahr 2019 aktualisierte die DERA gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe an der AHK Kanada eine rohstoffwirtschaftliche Übersichtsstudie, die die Potenziale und Chancen des kanadischen Rohstoffsektors für deutsche Unternehmen aufzeigt und Möglichkeiten für wirtschaftliches Engagement identifiziert. Ein fester Termin ist der jährliche Auftritt auf der größten Bergbaumesse in Kanada, der „Prospectors and Developers Association of Canada“ (PDAC). Seit 2012 ist die DERA mit einem Messestand auf der PDAC vertreten und organisiert gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Bergbau & Rohstoffe der AHK Kanada, mitunter auch weiteren Partnern dort eine Vortragsveranstaltung, die deutschen und kanadischen Unternehmen eine Plattform zum Austausch bietet. |