Batterierohstoffe für die Elektromobilität 2026

Dokumenttyp: Meldung, Datum: 28.04.2026, Thema: Mobilitaetstechnologien , Thema: Graphit , Thema: Lithium , Thema: Kobalt , Thema: Nickel , Thema: Mangan

Batteriebetriebenes Fahrzeug

Die Batterie ist das Herzstück der Elektromobilität. Mit dem Umstieg auf batterieelektrische Antriebe verschiebt sich ein erheblicher Teil der automobilen Wertschöpfung in Richtung Traktionsbatterie. Bei einem reinen Elektrofahrzeug entfallen inzwischen rund 40 bis 70 Prozent der Wertschöpfung auf die Batterie, vor allem auf Kathoden- und Anodenmaterialien. Damit steht auch die Versorgungssicherheit der dafür benötigten Rohstoffe verstärkt im Mittelpunkt.

Das neue DERA-Themenheft zeigt, dass die Abhängigkeiten entlang der Batterie-Wertschöpfungskette nach wie vor hoch sind. Das gilt nicht nur für die Bergwerksförderung einzelner Rohstoffe, sondern vor allem für die Weiterverarbeitung und die Herstellung von Zwischenprodukten. Besonders kritisch sind Vorprodukte wie pCAM sowie Kathoden- und Anodenaktivmaterialien, denn hier konzentrieren sich wesentliche Teile der globalen Produktion auf wenige Länder. Vor allem China steht im Fokus.

Das Land dominiert die Weiterverarbeitung vieler Batterierohstoffe, hält rund 60 Prozent der globalen CAM-Produktion für NMC- und NCA-Batterien. Bei LFP-Aktivmaterial sogar über 90 Prozent. Auch bei der Zellfertigung ist China der zentrale Akteur. Bei LFP-Zellen war das Angebot 2024 nahezu vollständig auf China konzentriert, bei NCA- und NMC-Zellen lag der chinesische Anteil bei etwa 50 Prozent.

Für Europa stellt das eine Herausforderung dar. Zwar gibt es erste Fortschritte beim Aufbau eigener Kapazitäten, doch die Ausgangsbasis ist noch klein. Aktuell werden in Europa erst rund 33.000 t pCAM, CAM und AAM produziert. Die Batteriezellfertigungskapazität lag Mitte 2025 bei etwa 217 GWh pro Jahr. Gleichzeitig werden weiterhin viele Lithium-Ionen-Zellen importiert und erst anschließend in Europa zu Modulen oder Packs weiterverarbeitet. Das Heft macht deutlich, dass die Lücke in der Wertschöpfungskette nicht nur bei der Zellfertigung besteht, sondern gerade auch bei den vorgelagerten Stufen.

Wer einen bedeutenden Teil der automobilen Wertschöpfung in Deutschland und Europa halten will, muss deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzen. Es ist nicht ausreichend, sich ausschließlich auf den Bau von Zellfabriken zu konzentrieren. Ebenso wichtig sind Investitionen in die Herstellung von Vorprodukten, Kathoden- und Anodenmaterialien sowie in Recyclingkapazitäten. Vor allem aber braucht Europa einen sicheren und diversifizierten Zugriff auf die notwendigen Rohstoffe und deren Weiterverarbeitung. Nur wenn der Ausbau der industriellen Fertigungskapazitäten mit einem sicheren Zugang zu Rohstoffen kombiniert wird, kann eine wettbewerbsfähige und widerstandsfähige Batterie-Wertschöpfungskette in Europa entstehen.

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