Neue BGR-Kurzstudie zu Seltenen Erden in Brasilien

Dokumenttyp: Meldung, Datum: 22.06.2026, Thema: Amerika , Thema: Seltene Erden

Bohrung auf Erze von Seltenen Erden im Bundesstaat Minas Gerais.
Bohrung auf Erze von Seltenen Erden im Bundesstaat Minas Gerais.

China dominiert die internationalen Märkte für Seltene Erden. Ein Großteil der als kritisch eingestuften Rohstoffe werden in hier gefördert, raffiniert und auch weiterverarbeitet. Um die damit verbundenen geostrategischen Risiken zu minimieren, werden auch in Europa die Bemühungen nach alternativen Lieferquellen verstärkt. Dabei gerät zunehmend Brasilien, das weltweit über die sechstgrößten Vorräte an Seltenen Erden verfügt, in den Fokus. Die BGR hat jetzt eine Kurzstudie zu den Potenzialen von Seltenen Erden in dem südamerikanischen Land veröffentlicht.

Der Bericht bietet neben einer Einordnung zur Bedeutung des brasilianischen Bergbausektors einen umfassenden Überblick über Vorkommen Seltener Erden sowie bisherige und neue Abbauprojekte. So wurden in Brasilien bereits Ende des 19. Jahrhunderts Schwermineralseifen mit dem Mineral Monazit gefördert und ab 1946 daraus auch Seltene Erden raffiniert. Seit 2018 wurden sie in Brasilien jedoch nicht mehr produziert. Inzwischen gibt es aber auch hier – wie in anderen Ländern – wieder Bemühungen, bei der Produktion von Seltenen Erden die komplette Wertschöpfung im eigenen Land abzubilden. So existieren bereits Pilotanlagen zur Herstellung von Zwischenprodukten aus dem geförderten Erz. Unterstützt werden solche Projekte auch von ausländischen Investoren.

Vor diesem Hintergrund haben BGR-Fachleute für die Kurzstudie vor Ort in Brasilien eigene Befahrungen vorgenommen, um aktuelle Vorhaben zu bewerten, die in Zukunft auch für die deutsche Wirtschaft interessant sein könnten. Ihr Fazit: Kurzfristig wird der Abbau der großen brasilianischen Lagerstätten noch nicht direkt zu einer außerchinesischen Produktion von Seltenen Erden bzw. Permanentmagneten beitragen.