Studie: Kupferbergbau im Kongo und der Einfluss der Geopolitik

Dokumenttyp: Meldung, Datum: 23.06.2026, Thema: Kupfer , Thema: Afrika

Erz-Lagerhalde mit Aufbereitungsanlage (im Hintergrund) im kongolesischen Kupferbergwerk Kamoa-Kakula.
Erz-Lagerhalde mit Aufbereitungsanlage (im Hintergrund) im kongolesischen Kupferbergwerk Kamoa-Kakula.

Investitionen in kritische Rohstoffe verfolgen neben wirtschaftlichen häufig auch politische Interessen. Eine neue Kurzstudie in der BGR-Reihe Commodity TopNews beschäftigt sich mit den geopolitischen Entwicklungen bei Investitionen in den Kupferbergbau der Demokratischen Republik Kongo, die mittlerweile zum zweitgrößten Kupferproduzent der Welt aufgestiegen ist.

Zwar wird der kongolesische Bergbau nach wie vor von chinesischen Akteuren dominiert. Innerhalb von sehr kurzer Zeit haben sich die USA jedoch einen zunehmenden Einfluss in diesem Sektor gesichert. Neben Direktinvestitionen erzielt die US-Seite eine zusätzliche Hebelwirkung durch Partnerschaften im internationalen Rohstoffhandel. Auch Akteure aus dem Nahen Osten gewinnen derzeit zunehmend Einfluss auf den kongolesischen Bergbausektor.

Für die deutsche und europäische Industrie sind diese Entwicklungen relevant, denn der Kongo spielt eine wichtige Rolle für die Kupferversorgung der EU. Der kongolesische Anteil an den EU-Importen von Raffinadekupfer ist von 25 % (2022) auf 42 % (2025) angestiegen – auch, um der Reduzierung von Kupferimporten aus Russland entgegenzuwirken. Ein wachsender globaler Wettbewerb um die kongolesischen Produktionsanteile könnte daher perspektivische Versorgungsrisiken mit sich bringen. Andererseits könnte die EU das zielorientierte Engagement der USA oder der Länder des Nahen Ostens im Kongo als Anregung für ihre eigenen Aktivitäten nutzen, um auf eine Stärkung ihrer langfristigen Versorgungssicherheit mit Kupfer oder anderen kritischen Rohstoffen hinzuwirken.