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Ostrakoden

Ostrakoden sind Muschelkrebse mit zweiklappigen Kalkschalen in der Größenordnung von 0,4 - 1,5 mm und größer. In ihrer Wachstumsentwicklung durchlaufen sie 5 - 8 Häutungsstadien. Man unterscheidet Süßwasser- und marine Ostrakoden. Ihr Lebensbereich reicht vom extremen Flachwasser bis in Tiefen von 2 800 m und mehr.

Ostrakoden gibt es seit dem Kambrium. Für die Biostratigraphie sind sie eine wichtige Fossilgruppe, da sie während der ganzen Erdgeschichte Leitfossilien stellen. Sie sind durch das Gebundensein verschiedener Arten an bestimmte Meeresbecken- und Süßwasserbereiche sowie Fazieskörper von großer Bedeutung für die Paläoenvironment-Analyse.

Ostrakoden reagieren sensibel auf wechselnde Umweltbedingungen. Durch Änderungen ihrer Gehäusemerkmale passen sie sich den Gegebenheiten an.

Anwendungsgebiete von Ostrakoden in der BGR/LBEG

Ostrakoden stellen eine sehr wichtige Fossilgruppe in der biostratigraphischen Erforschung von Gesteinen des Mesozoikums in Niedersachsen dar. Mit Hilfe der Ostrakoden lässt sich z.B. die sehr mächtige, oft aber lithologisch eintönige Tonsteinfolge der Unterkreide biostratigraphisch untergliedern. So hat diese Fossilgruppe in jüngster Zeit viel zum Gelingen von Geologischen Kartenwerken beigetragen: Stadtkarte von Hannover 1:25 000, Karte der Festgesteinsverbreitung 1 : 50 000 und neue Gliederung der Kreide-Schichten durch Mikrofossilien – besonders Ostrakoden – im Gebiet Hannover .

Biostratigraphische Fragestellungen zu aktuellen Themen wie der CO2-Verpressung in mächtigen Tonsteinfolgen, können mit Hilfe dieser Fossilgruppe hinreichend gelöst werden.

Aktuelle Profilaufnahmen an der im Bau befindlichen Autobahn A 39 östlich von Braunschweig bestätigen nachdrücklich die gute Anwendbarkeit von Ostrakoden in der Biostratigraphie für die Geologische Landesaufnahme und deren Nachbardisziplinen.

Literatur

Luppold, F. W. & Weiss, W. (1997): Geologische Stadtkarte Hannover 1 : 25 000, Karte A: Festgestein und Erläuterungen. – [in] Rohde, P. & Becker-Platen, J. D. (1997): Geologische Stadtkarte Hannover 1 : 25 000, Karte A Festgestein, Karte B Grundwasser, Karte C Geotechnik: 154 Seiten, 37 Abbildungen, 5 Tabellen, 3 Karte, Hannover.

Luppold, F. W., Rohde, P. & Weiss, W. (2001)[2003]: Karte der Festgesteinsverbreitung 1 : 50 000 und neue Gliederung der Kreide-Schichten durch Mikrofossilien – besonders Ostrakoden – im Gebiet Hannover. – Bericht Naturhistorische Gesellschaft Hannover, 143: 27-97, 8 Abbildungen, 4 Tabellen, 10 Tafaln, 1 Karte., Hannover.

Kontakt

    
Dr. Jochen Erbacher
Tel.: +49-(0)511-643-2795
Fax: +49-(0)511-643-3663

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